Seit dem 07.05.2012 arbeite ich nun montags und freitags in einer Dispensary, die von LAHFA (Love and Hope for Africa) aus Deutschland gegründet wurde. Deswegen ist sie auch ein bisschen besser ausgestattet als die normalen tansanischen Gesundheitsstationen. Meine Aufgabe besteht eigentlich darin, an der Rezeption Patienten ins System aufzunehmen und deren Gewicht und Blutdruck zu messen.
| Amos & ich an der Rezeption |
Doch mittlerweile durfte ich auch schon zweimal bei einer Operation zusehen.
Bei beiden Malen wurde ein Lipom, ein gutartiges Gewächs, entfernt. In voller
OP-Montur durfte ich direkt dabei sein, als die Schulter einer Frau geöffnet
wurde und ein fastgroßer „Fettklumpen“ entfernt wurde.
| Das Gewächs wird entfernt |
Das war sehr
eindrucksvoll, nur wurde Amos (mein nun ehemaliger Mitrezeptionist) etwas flau,
für mich war es komischerweise kein Problem, das hätte ich nicht gedacht.
Beim zweiten Mal hatte ich nichts anderes erwartet. Doch das
Gewächs saß tiefer als gedacht und von einer lokalen musste zu einer
Vollnarkose gewechselt werden. Das Narkosemittel veranlasste zwar, dass die
Patientin keinen Schmerz spürte, doch hielt sie
nicht davon ab, mit halb geöffneten Augen immer wieder lauthals zu
brüllen, dass es ihr wehtun würde, sie Jesus lieben würde und dieser sie
gerettet habe. Trotz eines späteren Beruhigungsmittels und eines anderen
Narkosemittels wollte diese Frau nicht aufhören zu schreien. Nach geglückter OP
haben wir sie dann in ein Bett im Schlafraum gehievt und
| Esther und ich nach der OP |
die Krankenschwester
hat mehrmals versucht, ihr einen neuen intravenösen Zugang zu legen, während
ich den Tropf hielt. Die Schwester konnte keine geeignete Ader finden, die
Patientin hat weiter geschrieen und ich stand immer noch, nach einer schlecht
geschlafenen Nacht und mit noch leerem Magen neben ihrem Bett und habe die
Tropfflasche gehalten. Und während die Schwester immer wieder im Arm der Frau
herumstocherte, wurde mir dann plötzlich schwarz vor Augen…
| Für den nächsten Gebrauch wird alles wieder sterilisiert |
Ein schlechter
Wortwitz, aber ich konnte die Flasche gerade noch abgeben, bevor ich mich
komplett schwindelig in das Bett neben der Patientin legen musste^^.
Daraufhin hieß es dann: „Mzungu amepata kizunguzungu“, der
Weißen wurde schwindelig…
Doch nach ein paar Chapati zur Stärkung ging es mir bald
wieder besser und bei nächster Gelegenheit schaue ich auch wieder gerne im OP
vorbei! Nur mein Mitleider Amos hat leider seine Arbeit in der Dispensary wegen
seines baldigen Studiums beendet und nun sitze ich wieder alleine an der
Rezeption.
| Abschiedsfoto mit dem Staff für Amos |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen