Ich bin vom 28.12.2011 bis ca. zum 05.12.2012 mit Luise, Friederike und Jonas in Daressalam und Sansibar, um dort ins Neue Jahr zu feiern! Ich bin über meine tansanische Handynummer zu erreichen, die unter "Kontakte" zu finden ist, solange mir mein Handy nicht wieder gestohlen wird...
Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr! :-)
Hier berichte ich über meinen Freiwilligendienst in Singida, Tansania über die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste.
Dienstag, 27. Dezember 2011
Sonntag, 25. Dezember 2011
1. Weihnachtstag
Heute, am 1. Weihnachtstag, bin ich mit dem jungen deutschen Ehepaar, Naemi und Manuel, in ein Kinderheim für Jungen hier in Singida gegangen. Die beiden haben für diesen Anlass zur Freude der Kinder Hamburger, Früchte und Soda organisiert. Danach haben die Jungs noch ein paar Lieder in Kiswaheli zum besten gegeben. Dann musste ich auch schon wieder nach Hause, um mit meiner Familie zu feiern. Hier Fotos von dem Besuch im Waisenhaus. ;-)
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| Die Jungen des Waisenhauses, Naemi, Manuel und ich |
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| Die Köchin, der Herbergsvater, ich, Naemi und Manuel |
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| Wie die meisten anderen tansanischen Frauen habe auch ich mir ein Kleid für Weihnachten schneidern lassen. :-) |
Samstag, 24. Dezember 2011
Frohe Weihnachten!
Das Video habe ich in meiner 5. Klasse in der Schule gemacht. Wer herausfindet, welches deutsches Weihnachtslied hier von von einem meiner Schüler gesungen wird, der darf einiges auf sich halten. ;-)
An alle Leser meines Blogs! :-)
Ich wünsche Ihnen und euch einen
schönen Heiligabend, frohe Weihnachten und jetzt schon einmal ein frohes, neues
Jahr!
Ich werde heute Abend alleine in
meinem Zimmer ein bisschen feiern und mir endlich, endlich den selbstgedrehnten
Film ansehen dürfem, den ich zu meiner Abschiedsparty von Freunden und Familie
bekommen habe und meiner Familie via Skype (solange es das Internet zulässt)
ein bisschen über die Schulter gucken.
Das wird nun ein ganz anderes
Weihnachtsfest für mich werden, aber eine Erfahrung ist es sicher wert.
Schließlich bin ich ja nächstes Weihnachten wieder Zuhause! ;-)
Morgen feiern wir dann ein bisschen
in der Gastfamilie, weil hier Weihnachten erst dann losgeht. Ich hoffe noch,
mich vor der vierstundenlangen Messe drücken zu können. Danach werden dann sechs
Hühner und wahrscheinlich noch eine Ziege geschlachtet. Dann zieht jede
tansanische Frau, die es sich leisten kann, ihr frisch geschneidertes
Weihnachtskleid an (ich habe mir auch eins schneidern lassen) und wir begeben
uns mit ca. 12 Leuten in den so genannten „Sittingroom“, das Wohnzimmer, trinken
Soda und ich verteile meine Weihnachtsgeschenke. Ich habe für die sechs Mädchen
Ohrringe und Bunt- und Filzstifte gekauft, die zwei älteren Jungen bekommen das
Spiel „Phase 10“ aus Deutschland, die Jüngeren Süßigkeiten, Luftballons und Kekse. Meinen
Gasteltern schenke ich deutsche Tannenbaumanhänger, eine der hier so beliebten
Weihnachtskarten und einen Sparschäler, über den ich mich dann bei der
Küchenarbeit freuen werde. ;-) Untereinander schenkt man sich nichts zum Fest,
aber wahrscheinlich werden meine Gasteltern jedem Kind Kleidung oder Stoff
schenken, so ist es zumindest Tradition in vielen tansanischen
Familien.
Wahrscheinlich werde ich morgen das
junge deutsche Ehepaar begleiten, das noch bis Januar in Singida wohnt und mit
dem ich mich angefreundet habe. Sie laden morgen die zwanzig Jungen des
Waisenhauses in der Stadt auf einen „Beef Burger“ ein, den man hier in einem
europäischen Restaurant bekommen kann. Zwei meiner Schüler aus der fünften
Klasse gehören auch zu dem Kinderheim und haben mich schon mit Fragen gelöchert,
ob ich auch da sein werde. Wenn die Feierlichkeiten in der Familie es also
zulassen, dann werde ich mir das nicht entgehen
lassen.
Ich wünsche Ihnen/euch allen alles, alles
Gute und vor allem den Studenten ein schönes Wiedersehen mit Familie/Freunden und
Co.!
Alles Liebe und Gute, frohe
Weihnachten!
Safari im Ngorongoro Krater
Hier ein kleiner Film über unsere Safari im Ngorongoro Krater vom 11.12.2011, den ich aus ein paar Fotos zusammengestellt habe. :-)
Dienstag, 13. Dezember 2011
Mein Beitrag zur Entwicklungshilfe ;-)
Am Sonntag, den 04.12.2011 sind Luis und ich morgens nach
Arusha aufgebrochen. Dis Bustickets hatten wir schon am Tag davor erworben,
weswegen wir einen Platz ganz vorne im Bus bekamen. Der Bus war allerdings
alles andere als schön, woran man sich hier im Land aber sehr schnell gewöhnt.
Luis konnte seine Beine nicht ausstrecken, weil direkt davor
eine Säule stand, meine Füße musste ich wohl oder übel auf eine Abdeckung
stellen, unter der sich der Motor befand. Mit der Zeit wurden nicht nur meine Füße heiß, sondern auch meine
Schuhsohlen weich. Zusätzlich kam aus der Abdeckung über die ganze sechs
Stunden lange Fahrt stinkender, weißer Rauch. Richtig lüften konnten wir aber
nicht, weil durch die teilweise unbefestigte Straße, über die wir fuhren, so
viel Sand und Staub aufgewirbelt wurde, dass wir nur noch weniger atmen
konnten. Der Bus musste auch genau wegen dieses Rauchs zweimal anhalten, alle
Fahrgäste ihre Sitzplätze verlassen und die Luke wurde aufgemacht. Das Problem
konnte nicht behoben werden und wir ruckelten weiter in Richtung Arusha.
Teilweise kämpfte sich der Bus mit 20 km/h einen Sandberg hoch, den er dann mit
100 km/h (Maximalgeschwindigkeit auf dieser Strecke) herunterpolterte. Beim
nächsten Mal schaffte er es flott hoch, bremste dafür aber auf 30 km/h bei der
Abwärtsfahrt. Zweimal haben wir für unter fünf Minuten angehalten, in denen man
sich dann durch Gepäck und Co. den Weg aus dem Bus kämpfen, mit den Leuten am
Toilettenhäuschen über die Preise verhandeln musste und danach seinen Weg zum
richtigen Bus finden musste.
Gegen 16 Uhr kamen wir dann schließlich in Arusha an und
bezogen ein Doppelzimmer im „Arusha Backpackers Hotel“, welches ausschließlich von
„Weißen“ bewohnt war, was Luis und mich sehr verwirrte und äußerst komisch für
uns war. Die meisten Gäste waren junge Amerikaner, die in kurzen Hosen oder Miniröcken
mit Tops barfuss im Hotel herumliefen und damit die Angestellten „beleidigten“.
Denn normalerweise sollten die Gäste genug Geld haben, um sich Schuhe zu
kaufen, demnach also auch welche tragen. So wird es eher als eine Beleidigung
angesehen, weil es schließlich wirklich Menschen in Tansania gibt, die kein
Geld dafür haben. Arusha ist zum Glück eine moderne Großstadt, in der sehr
viele Ausländer verkehren, aber trotzdem sollte man sich dem Kleidungscode des
Landes anpassen. Die Tansanier akzeptieren zwar, dass man aus der westlichen,
modernen Welt kommt, allerdings wird diese Art sich zu kleiden als unhöflich
angesehen und ist normalerweise nur für Prostituierte bestimmt.
Na ja, jedenfalls hat es mir an diesem Sonntag nichts
genützt, dass ich mich ordnungsgemäß gekleidet habe, denn ich wurde trotzdem
überfallen. Luis und ich waren nur kurz bei der Bank und sind einmal
bis ins direkte Zentrum am „Clocktower“ gelaufen, der den Mittelpunkt zwischen Kairo
und Kapstadt darstellen soll. Auf dem Rückweg, ca. 200 Meter von unserem Hotel
entfernt, welches an einer belebten Hauptstraße gelegen ist, merkte ich, wie
jemand von hinten an meiner Umhängetasche zog. Meine neu geschneiderte Tasche hatte
ich schon extra schräg getragen und den Gurt hochgebunden, damit sie näher am
Körper war. Zusätzlich hatte ich sie unter meinen rechten Arm geklemmt, also
damit eigentlich alles richtig gemacht. Der Dieb hatte wahrscheinlich direkt
den Träger von hinten mit einem Messer durchtrennt und wollte sie mir nun nur
noch wegreißen. Ich habe meine Tasche erst festgehalten und mich dann zu dem
Mann umgedreht. Der hat mir dann netterweise sein scharfes Klappmesser vor die
Nase gehalten, weswegen ich noch kurz weiter festhielt, ihm aber dann die
Tasche gab. Luis lief in dem Moment einen knappen Meter vor mir und hat
erst während des Vorfalls gemerkt, dass ich ihm nicht gefolgt war. Er konnte
und hätte also auch nichts machen können. Der Dieb hat sich dann ca. 2 Meter neben
mir auf den belebten Fußweg gesetzt und wollte meine Tasche öffnen. Weil der Reißverschluss
aber so fein war, hat er es nicht geschafft. Ich habe währenddessen auf
Kiswahili nach Hilfe und immer wieder „Dieb!“ geschrieen, auf den Übeltäter
gezeigt, aber das interessierte die Umstehenden reichlich wenig. Jeder schaute
zu, keiner tat etwas und der Dieb saß seelenruhig auf dem Boden und hat sich
mit meiner Tasche beschäftigt. Normalerweise sollte es so aussehen, dass wen
jemand „Dieb“ schreit, sich direkt eine Meute aus Männern bildet, die sich
demjenigen annehmen, auf ihn „losgehen“ und ihn schließlich durch Anzünden
lynchen. Das ist natürlich schrecklich, aber sehr wahrscheinlich die einzige
Art, denjenigen zu bestrafen. Denn durch Korruption bleibt nur ein Bruchteil
der Verhafteten im Gefängnis, bzw. bis man die Polizei gerufen und denen die
Fahrt auf dem „Pikipiki“ bezahlt hat, ist es auch schon zu spät. Jedenfalls hat
mir keiner geholfen. Der Dieb lief dann irgendwann mit einem wohlmöglichen Kollegen
in eine Seitenstraße und war mit meiner Tasche verschwunden. Ich habe mich
natürlich fürchterlich geärgert, vor allem, weil dem Dieb ein Großteil seines
Diebesgutes nichts nützen würde, ich aber darauf angewiesen war. So hat er
neben meinem Handy plus drei SIM-Karten, auch mein Portemonnaie mit nur sehr
wenig Geld und meiner Kreditkarte geklaut, dazu meine Strickjacke und die
Tasche. Ich hatte zum Glück nach dem vorherigen Geldabheben dieses in meinem
Bauchbeutel verstaut, darin waren auch mein Pass, mein Visum und meine „wichtigere“
Kreditkarte.
Luis und waren froh, dass wir nur mit einem kleinen Schock
davongekommen waren, denn eine Amerikanerin aus unserem Hotel wurde noch am
selben Tag, allerdings um 19:30 Uhr und damit in völliger Dunkelheit überfallen,
und dabei heftig zu Boden geschubst. Auch in den nächsten Zeit wurden mindestens zwei Touristen pro Tag aus unserem Hotel überfallen…
Wir sind allerdings nie mehr mit Tasche (ich hatte ja auch
keine mehr^^) aus dem Haus gegangen und haben all unsere Wertsachen im Safe
einschließen lassen. Arusha ist eben eine Großstadt, die jeden Tag „angeblich
um 4% wächst“ (so wurde es uns erzählt;), und damit schon über 1 Millionen
Einwohner hat.
Am Sonntag noch haben wir direkt alle Leute angeschrieben,
von denen wir wussten, dass sie in Arusha leben, bzw. dass sie andere Menschen dort
kennen. Nachdem ich mir am Montag dann Ersatz für meine gestohlenen Sachen
gekauft habe und recht froh war, sogar eine Strickjacke aus einem Hilfspaket aus dem USA (für 1 Euro)
erstanden zu haben, hat uns am Dienstag und Donnerstag ein Tansanier namens
Alladin begleitet, den uns ein Freund von einem Freund von uns vermittelt
hatte. Er hat uns den Masaai-Markt und Second-Hand-Markt gezeigt, mit ihm sind
wir durch die Menschenmassen auf dem Lebensmittelmarkt gelaufen und konnten uns
sicher fühlen. Am Mittwoch haben wir eine dort lebende Deutsche besucht, die
wir durch Zufall durch ein von ihr eröffnetes Hostel kennen lernen konnten,
sowie einen bisher uns unbekannten Gastbruder von Luis. So wurde es doch noch
eine schöne, wenn aber auch teure Zeit in Arusha.
Samstag, 3. Dezember 2011
Reisen
Ab dem 04.12, also morgen, werde ich
zum ersten Mal reisen, da wir seit gestern 5-wöchige Sommerfeiern
haben. Wir starten in Arusha, wo wir uns vom 04.12. bis zum 09.12. aufhalten werden.
Dann geht es auf den Weg
nach Karatu, wo wir am 11.12.
eine kleine Safari im Ngorongoro-Krater machen
werden.
Zwischen dem 12. und 14. Dezember
werde ich wieder in Singida sein.
Wie lange, weiß ich noch nicht,
möglicherweise nur für einen Tag. Danach fahre ich mit Rike und Luise über Mwanza weiter nach Geita, zur Partnergemeinde von Leipzig, wo
Luise herkommt.
Wie spannend das wird, weiß ich
nicht, aber endlich komme ich einmal raus aus
Singida.
Nach Weihnachten werden wir am
28.12. in Singida aufbrechen, eine Nacht (nach 11 Stunden Huckel-Busfahrt) in
Daressalam verbringen. Am nächsten Morgen soll es weiter nach Sansibar gehen, wo
wir nach zwei Übernachtungen in „Stone Town“ weitere fünf Nächte am Kimte
Jambiani Beach im Osten der Insel (?) verbringen
werden.
Im Gegensatz zu Geita und Mwanza ist
das schon fest geplant. Dies hat aber nur so gut funktioniert, weil ich von
einer Freundin wusste, dass sie in der Uni ein Mädchen kennen gelernt hat, die
schon einmal in Tansania war und mit einem Reiseführer auf Sansibar befreundet
ist. So konnte ich mit ihm SMS und E-Mails schreiben und konnte von Singida aus,
unseren Neujahrs-Urlaub planen.
Morgen früh geht es also um 7 Uhr
los in Richtung Arusha, das bedeutet acht Stunden holperige Busfahrt mit max.
zwei 5-Minuten-Pausen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an meinen
Blogeintrag, wo ich von einer Busfahrt berichtet
habe.
Heute Nachmittag kommen die Mädchen aus
Iguguno, ich werde weiter packen müssen, dann geht es zum Lake Singidani und am
Abend heiratet meine 31-jährige Gastcousine ihren Ehemann noch einmal, weil die
Kirche die vorherige Hochzeit nicht anerkannt hat. Wir werden alle Essen
servieren, sind aber auch als Gäste geladen. Es wird also ein langer Abend
werden, obwohl ich morgen um halb 6 werde aufstehen
müssen...
Mehr von mir, wenn ich wiederkomme!
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