Ich bin jetzt schon seit zwei Monaten wieder in Deutschland und habe seitdem meinen Blog vernachlässigt. Eigentlich dachte ich, könnte ich etwas von der tansanischen Langsamkeit mit in meinen deutschen Alltag einbauen. Doch für "pole pole" bleibt hier leider keine Zeit. Mitten in der Nacht kamen wir vom Flughafen nach Hause und da lag auch schon meine Zulassung für die Universität Hildesheim im Briefkasten. Da hatte ich erst seit einem halben Tag keinen afrikanischen Boden mehr unter den Füßen, habe meinen Freiwilligendienst abgeschlossen und schon ist der nächste wichtige Zukunftsschritt besiegelt. Ich habe mich zum einen sehr gefreut, meinen Studienplatz in trockenen Tüchern zu haben, doch hat es mich auch etwas überrumpelt, kaum Zeit zum Überlegen zu haben, sondern direkt wieder in den deutschen, "stressigen" Alltag hineingeworfen zu werden. Am Morgen nach meiner Rückkehr habe ich mir mit solcher Selbstverständlichkeit ein Vollkornbrot mit Butter und meinem Lieblingskäse beschmiert, dass mir erst beim ersten Bissen auffiel, wie lange ich auf dieses hatte verzichten müssen. Das erste Mal Duschen war wunderschön und so ungewohnt nach knapp einem Jahr mit meinem Wassereimer, dass ich glatt ein paar Tränen verdrücken musste. Und nach meinem Vegetarier-Dasein wurde nun des Öfteren der Grill angeschmissen und ich konnte mich sehr über diese doch sehr deutsche Sitte freuen.
Am Anfang war die Frage "Und, wie war's?" noch sehr seltsam für mich, weil ich auch gar nicht wusste, was ich antworten, von was ich erzählen sollte. Der Umschwung vom heißen Tansania mit all den fröhlichen, aufgeschlossenen Menschen zum kühleren Deutschland, wo Passanten sich oft noch nicht einmal grüßen, war hart für mich. Doch dieses Gefühl hielt nicht allzu lange an. Schon bin ich wieder "eingedeutscht", auch wenn ich mir vorgenommen habe, ein paar Aspekte meines tansanischen Lebens mit in mein weiteres Leben einzubauen.