Samstag, 2. Juni 2012

Die Zeit rennt...


Weil wir Freiwillige alle unterschiedlich lange in Tansania bleiben (Luise & Rike 10 Monate, Olga & ich 11 Monate und Jonas 12 Monate) und jeder sich verschiedene Dinge in den Kopf gesetzt hat, die er gerne noch vor seiner Abreise machen möchte, haben wir uns wahrscheinlich letztes Wochenende das letzte Mal mit allen zusammen getroffen.

Ein letztes gemeinsames Foto in Iguguno: Ich, Jonas, Luise, Olga und Rike
Jonas und Olga hatten bisher zwar schon viel von Iguguno gehört, doch waren selbst noch nie dort, so haben wir uns am letzten Maiwochenende zu Fünft zusammen im Dorf bei Luise und Rike getroffen. Weil wir nur zwei Betten hatten, musste Jonas leider auf dem Boden ohne Moskitonetz schlafen, doch das war das einzige Manko. ;-)

Wir haben uns Luises Schule und Rikes Dispensary, wo sie im Labor arbeitet, noch einmal angesehen, sind durch Iguguno zu einem Affenbrotbaum spaziert, haben die
Baobab: Ein Affenbrotbaum
Mama in ihrem Lädchen besucht, wo sie zusammen mit Luise schneidert, es wieder einmal nicht geschafft, mit verschlossenen Augen an den Stoffläden vorbeizulaufen und hatten viel Zeit uns über unseren Abschied vom Land hier zu unterhalten.
Die große afrikanische Sonne und vier bescheuerte Freiwillige davor ;-)
Das letzte Mal zu Fünft, eine wirr zusammen gewürfelte, aber gut zusammengewachsene Truppe. Keiner von uns hat sich aussuchen können, mit wem er gerne nach Tansania gehen würde und wer sein engster Ansprechpartner hier würde werden "müssen“. So haben wir Menschen kennen und mögen gelernt, mit denen wir in Deutschland nie etwas zu tun gehabt hätten, allein schon, weil wir alle aus verschiedenen Teilen des Landes kommen. Doch ich muss sagen, dass es gut geklappt hat und ich sehr froh darüber bin! In dieser Konstellation
Das Fußballfeld der Secondary School in die goldene Abendsonne getaucht
werden wir uns erst beim Nachbereitungsseminar im Oktober, wenige Tage nach Jonas Rückkehr, wieder sehen. Danach wird es wahrscheinlich schwierig, das war uns nun allen bewusst. Und auf einmal drehten sich alle Gedanken nur noch um den Abschied von uns, den Gastfamilien, unseren vielen Schülern, Kollegen und vor allem dem Land! Auf die beiden Mädels warten nur weniger als sieben Wochen bis zum Abflug, genau so lange dauert es noch bis meine Familie kommt. Weil wir im Juni/Juli noch zwei Wochen Ferien haben, arbeite ich also nur noch aktiv fünf Wochen, was wirklich nur noch wenig ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass mein Projekt jetzt gerade erst durch die Arbeit im kleinen Krankenhaus und beim Schneidern, so richtig aufblüht.
Singida ist bekannt für ihr Öl & ich freu mich über meine Lieblingsblumen!
Kiswahili lerne ich schon länger nicht mehr aktiv, die Verständigung klappt auch ohne zusätzliches Lernen, durch die Erweiterung meines Projektes und die Halbjahrestests in der Schule habe ich alle Hände voll zu tun und komme erst am späten Nachmittag nach Hause und in der Familie läuft es gerade super. Zurzeit fühle ich mich richtig wohl hier und es passiert immer irgendetwas, weshalb ich abends nur noch hundemüde ins Bett falle.
Die täglich dreckigen Füße werden wir definitiv nicht vermissen :P

Auf der anderen Seite merke ich schon, dass es bald (aber noch nicht jetzt!) Zeit ist, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Seit gestern kann man sich bei den Unis bewerben, ich möchte gerne meine Familie und Freunde wieder sehen, vermisse die Jahreszeiten und Wasser, das trinkbar aus der Leitung kommt, ohne, dass man etwas dafür tun muss. Da stimmen wir Freiwilligen uns auch überein. Alle wollen gerne noch einmal nach Tansania zurückkommen und schauen dem Abschied zweigeteilt entgegen, doch wir wissen auch, dass es gut ist, bald wieder zurück in die Heimat zu kommen.
Weite Landschaften, rote Erde, das werde ich alles sehr vermissen...
Ein bisschen Schiss habe ich aber davor, dass Leben hier hinter mir zulassen und dann wieder plötzlich in Deutschland in Luxus, Konsum, Hektik, Nachrichten aus der Welt usw. geworfen zu werden. Als ich in Tansania ankam, habe ich keinen Kulturschock bekommen, doch bei meiner Rückkehr bin ich darauf gefasst, obwohl ich ja nur ins Altbekannte zurückkehre.
Noch ist es zum Glück nicht so weit, doch weil ich momentan so viel zu tun habe, fließt die Zeit nur so dahin und alle werden wir schon jetzt ein kleines bisschen sentimental…

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