Weil wir Freiwillige alle unterschiedlich lange in Tansania
bleiben (Luise & Rike 10 Monate, Olga & ich 11 Monate und Jonas 12
Monate) und jeder sich verschiedene Dinge in den Kopf gesetzt hat, die er gerne
noch vor seiner Abreise machen möchte, haben wir uns wahrscheinlich letztes
Wochenende das letzte Mal mit allen zusammen getroffen.
| Ein letztes gemeinsames Foto in Iguguno: Ich, Jonas, Luise, Olga und Rike |
Jonas und Olga hatten bisher zwar schon viel von Iguguno
gehört, doch waren selbst noch nie dort, so haben wir uns am letzten
Maiwochenende zu Fünft zusammen im Dorf bei Luise und Rike getroffen. Weil wir
nur zwei Betten hatten, musste Jonas leider auf dem Boden ohne Moskitonetz
schlafen, doch das war das einzige Manko. ;-)
Wir haben uns Luises Schule und Rikes Dispensary, wo sie im Labor arbeitet, noch einmal angesehen, sind durch Iguguno zu einem Affenbrotbaum spaziert, haben die
| Baobab: Ein Affenbrotbaum |
| Die große afrikanische Sonne und vier bescheuerte Freiwillige davor ;-) |
Das letzte Mal zu Fünft,
eine wirr zusammen gewürfelte, aber gut zusammengewachsene Truppe. Keiner von
uns hat sich aussuchen können, mit wem er gerne nach Tansania gehen würde und
wer sein engster Ansprechpartner hier würde werden "müssen“. So haben wir
Menschen kennen und mögen gelernt, mit denen wir in Deutschland nie etwas zu
tun gehabt hätten, allein schon, weil wir alle aus verschiedenen Teilen des
Landes kommen. Doch ich muss sagen, dass es gut geklappt hat und ich sehr froh
darüber bin! In dieser Konstellation
| Das Fußballfeld der Secondary School in die goldene Abendsonne getaucht |
werden wir uns erst beim
Nachbereitungsseminar im Oktober, wenige Tage nach Jonas Rückkehr, wieder sehen.
Danach wird es wahrscheinlich schwierig, das war uns nun allen bewusst. Und auf
einmal drehten sich alle Gedanken nur noch um den Abschied von uns, den
Gastfamilien, unseren vielen Schülern, Kollegen und vor allem dem Land! Auf die
beiden Mädels warten nur weniger als sieben Wochen bis zum Abflug, genau so
lange dauert es noch bis meine Familie kommt. Weil wir im Juni/Juli noch zwei
Wochen Ferien haben, arbeite ich also nur noch aktiv fünf Wochen, was wirklich
nur noch wenig ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass mein Projekt jetzt gerade
erst durch die Arbeit im kleinen Krankenhaus und beim Schneidern, so richtig
aufblüht.
| Singida ist bekannt für ihr Öl & ich freu mich über meine Lieblingsblumen! |
Kiswahili lerne ich schon länger nicht mehr aktiv, die Verständigung
klappt auch ohne zusätzliches Lernen, durch die Erweiterung meines Projektes
und die Halbjahrestests in der Schule habe ich alle Hände voll zu tun und komme
erst am späten Nachmittag nach Hause und in der Familie läuft es gerade super.
Zurzeit fühle ich mich richtig wohl hier und es passiert immer irgendetwas,
weshalb ich abends nur noch hundemüde ins Bett falle.
| Die täglich dreckigen Füße werden wir definitiv nicht vermissen :P |
Auf der anderen Seite merke ich schon, dass es bald (aber
noch nicht jetzt!) Zeit ist, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Seit
gestern kann man sich bei den Unis bewerben, ich möchte gerne meine Familie und
Freunde wieder sehen, vermisse die Jahreszeiten und Wasser, das trinkbar aus
der Leitung kommt, ohne, dass man etwas dafür tun muss. Da stimmen wir
Freiwilligen uns auch überein. Alle wollen gerne noch einmal nach Tansania
zurückkommen und schauen dem Abschied zweigeteilt entgegen, doch wir wissen
auch, dass es gut ist, bald wieder zurück in die Heimat zu kommen.
| Weite Landschaften, rote Erde, das werde ich alles sehr vermissen... |
Ein bisschen Schiss habe ich aber davor, dass Leben hier
hinter mir zulassen und dann wieder plötzlich in Deutschland in Luxus, Konsum,
Hektik, Nachrichten aus der Welt usw. geworfen zu werden. Als ich in Tansania
ankam, habe ich keinen Kulturschock bekommen, doch bei meiner Rückkehr bin ich
darauf gefasst, obwohl ich ja nur ins Altbekannte zurückkehre.
Noch ist es zum Glück nicht so weit, doch weil ich momentan
so viel zu tun habe, fließt die Zeit nur so dahin und alle werden wir schon jetzt ein
kleines bisschen sentimental…
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