Samstag, 19. November 2011

Stromausfall 2


Donnerstag, der 17.11.2011

Heute Abend war ich gerade in der „Vatcan Lodge“, der Lodge meiner Eltern und saß mit einem Teil der Familie in der Küche, als das Licht, wie schon am Tag zuvor, kurz flackerte und ausfiel. Dieses Mal hatte ich aus meinem gestrigen Fehler gelernt und konnte sofort zu meinem Handy mit Taschenlampe greifen. Weil es sonst nur noch ein anderes Handy als Lichtquelle gab, wurde meines direkt von einer Köchin einkassiert, die es nutzte, um eine Kerze an einem Stück Kohle zu entfachen. Gute Idee, dauerte eine halbe Ewigkeit, hat aber funktioniert! Ich wollte eigentlich schon lange nach Hause gegangen sein und wollte dann auch gehen, als ich meine „Lampe“ wiederbekam. Allerdings wurde ich mehrmals darauf hingewiesen, dass, wenn jemand das Licht sehen würde, mir sofort mein Handy klauen würde. Na klasse.
Obwohl meine Gastfamilie schon mehrmals die Angst geäußert hat, dass man mich bei Dämmerung/Dunkelheit für einen Albino halten könnte und mit mir kurzen Prozess machen könnte, d.h. beide Hände abhacken und an einen „Hexenarzt“ verkaufen, hat und wollte mich keiner nach Hause begleiten. Manchmal verstehe ich sie auch nicht ganz. So war es, wie am Tag zuvor, überall stockdunkel und ich wieder einmal nicht zuhause. Sehr unpraktisch.
Der Weg von der Lodge nach Hause ist nicht lang, führt aber über einen breiten Sandweg mit zahlreichen Absenkungen, Felsen, Löchern und Erdaufschüttungen, dazu kommen im Weg stehende Bäume und Ziegen. Ich habe zuerst auf ein kommendes pikipiki (Motorrad) gewartet und bin dann nebenher gerannt, um das Schweinwerferlicht auszunutzen. Auch danach habe ich mich nicht getraut, mein Handy herauszuholen und bin bei jedem „Ey, Mzungu! How are you!?“ ein bisschen schneller gegangen. Nicht schön. Als irgendjemand wollte, dass ich stehen bleibe und warte, bin ich dann an den Ziegen und zwischen den Bäumen durch gerannt und war froh, als ich noch mit Handy, aber ohne Beule oder umgeknickten Fuß zuhause ankam. Puh!
Dort konnte ich dann in meinem Zimmer eine Kerze anzünden und meine Taschenlampe hervorholen, was schon angenehmer war. Nach 15 Minuten ging das Licht glücklicherweise wieder an. ;-) Das ist hier nie vorherzusehen und kann auch bis zum nächsten Tag dauern…

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