Mittwoch, 11. April 2012

"In Tansania ist alles Kindermatsche"


Mit Helena und Farida, Hausmädchen
In den letzten drei Wochen hat mich mein Freund aus Deutschland besucht. Es war noch einmal ein ganz anderes Erlebnis, „meine“ zwischenzeitliche Heimat mit allem Drum und Dran jemandem vorzustellen und in gewissen Maßen auch zu „verteidigen“. Er wurde aus dem Flieger heraus direkt in Daressalam ins kalte Wasser geworfen, könnte man sagen. Wir haben den Tag mit dem netten, aber durchaus kiffenden Freund einer Ex-Freiwilligen verbracht, auf dem Weg zu unserer Unterkunft, blieb der Wagen liegen, weil das Benzin alle war, unser Bus nach Singida fuhr mehr als riskant, hatte eine beachtliche Schieflage und hätte fast einen Unfall mit einem Auto verursacht, weswegen wir dann auch verspätet ankamen usw. Endlich bei mir zuhause, war er mit seinen blonden Haaren die Attraktion und meine Gastschwestern und die Hausmädchen begrüßten ihn mit Gekreische und standen Schlange, um seine Haare anzufassen, bevor er das alles erst einmal verarbeiten konnte.
Beim Blutdrucktest
Ansonsten hieß es mein gefiltertes Wasser trinken, jeden Abend Reis mit Tomate essen und alles über sich ergehen lassen. Dass der Zucker fehlte, merkten wir dann, als wir gerade mit den anderen beiden Mädels in Iguguno Rikes Dispensary besichtigten und er kalkweiß nahezu umkippte. Blutzucker, –druck und Malaria wurde von der Oberschwester höchstpersönlich getestet und danach kurze Erholung vom Klima, dem Essen, Wasser und all dem Gewusel der Tansanier verordnet.
Ich hatte nicht geglaubt, dass ihn das alles so mitnehmen könnte, aber logisch war es schon. Ich hatte damals ein Vorbereitungsseminar hinter mir, konnte mir also ungefähr vorstellen, wie es hier ablaufen würde und habe wahrscheinlich deswegen keinen Kulturschock bekommen. Bei meinem Freund war es wohl mehr oder weniger nicht zu vermeiden. Es war wirklich spannend, zu sehen, wie jemand, der gerade frisch aus Deutschland kommt, alles empfindet. Ich lebe glaube ich schon die ganze Zeit nach dem Motto „Das ist eben so.“ und nehme die Dinge, wie schlechte Transportmittel, einfach so hin. Er hat alles noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und mir vor Augen geführt, was für halsbrecherischen Motoren und Achsen wir unser Leben anvertrauen, wie wenig der Unterricht vor den viel zu großen Klassen bringt und wie schädlich all die Partikel und die Plastikfeuer sind. Aber wenn ich zu viel darüber nachdenken würde, dann könnte ich hier wahrscheinlich auch nicht leben.
Mit einer Referendarin beim Lehrerfest
Im Unterricht

Weiter ging es dann mit einem Lehrerfest, wo wir beide zusammen nach vorne gerufen wurden und vor allen Lehrern zu einem Lied aus den tansanischen Charts tanzen mussten. Wir waren für einen Nachmittag im Kinderheim und haben statt den versprochenen 20 Jungs auf einmal ca. 50 Kinder bespaßen müssen, haben ansatzweise eine Hochzeit in der Lodge besucht und viel Zeit beim Schneider verbracht, der auf die Anordnung meiner Mutter ihm eine Art Clownsanzug genäht hat. ;-)
Die Schneiderin nimmt die Maße
Morgens hat er dann mitbekommen, was es heißt, wenn ich mit meinem Gastbruder (geht nächste Woche endlich ins Internat!) um mein Fahrrad kämpfen muss, Unzuverlässigkeit und leere Versprechungen siegen, im Lehrerzimmer alle fröhlich schnacken, aber kaum jemand sich für seine Klasse interessiert, außer wenn es um ein paar kleine Schläge geht und wie es sein kann, wenn ich als Lehrerin einfach nicht informiert werde, dass meine Klassen für drei Tage lang nationale Tests schreiben und ich gar nicht hätte kommen brauchen.
Wir mit meinem Schulleiter
Zu Beginn waren es noch wenige Kinder^^...
Mittags ging es ins Kinderzentrum und wir wurden von einigen Kindern direkt angesprungen, obwohl sie ihn ja noch gar nicht kannten. ;-) Nachmittags hieß es dann Wäsche mit der Hand zu waschen, sich ums Duschwasser zu prügeln und auf die vielen und hohen Granitfelsen Singidas zu klettern, um den Sonnenuntergang zu genießen.
Auch da war es schwierig, mal eine Minute für sich zu haben, weil die Kinder der Nachbarschaft uns natürlich sogleich ins Auge gefasst hatten. Saßen wir also am Anfang  noch mit zehn Kindern dort oben, waren es zum Schluss an die 35 Kinder, mit denen wir dann bei den letzten Sonnenstrahlen Lieder gesungen haben.
Jambiani Beach, ZNZ
Die letzten 10 Tage haben wir auf Sansibar verbracht und hatten da dann endlich weniger stressfreie Zeit, die wir beide genießen konnten! Das war dann auch wirklich wichtig. ;-)

Es war wirklich spitze, dass er mich besuchen konnte, denn so gibt es immerhin schon einmal jemanden, der das alles hier mitbekommen hat; nun wahrscheinlich besser versteht, wie blöde die Hausmädchen sein können oder wie schwer es ist, hier die alltäglichsten Dinge zu erledigen. Sein Kommentar zu dem Land war: „In Tansania ist alles Kindermatsche“ und hat sich damit auf das Essenkochen bezogen, dass ihn wohl allzu sehr an Sandkuchenbacken und Co. erinnerte… =)

Jambiani Beach
Jambiani Beach
Ich bin gestern nach einer langen Busfahrt aus Daressalam wiedergekommen, nachdem ich ihn zum Flughafen dort gebracht hatte und durfte heute die Schule schwänzen, um mich ca. fünf Stunden lang mit meiner Wäsche zu beschäftigen, damit ich für die Schule morgen überhaupt etwas zum Anziehen habe. ;-)

Rückflug

Seit zwei Wochen steht mein Rückflugdatum fest! Weil mich meine Familie ab Ende Juli für drei Wochen besucht und ich sowieso nicht mit den anderen Freiwilligen hätte fliegen können, steht für mich nun der 11. August als gemeinsames Abflugdatum mit meiner Familie fest. In den frühen Nachtstunden geht es für uns los vom Kilimanjaro Airport und am Nachmittag kann ich schon wieder deutschen Boden betreten!

Also sind es genau heute noch vier Monate für mich im Land, dann muss ich mich verabschieden. Blöderweise liegt mein Abflugdatum in den Schulferien, d.h. ich steige einfach still und heimlich ins Flugzeug, bzw. bin nach dem Abschied von der Schule und dem Center noch weiter im Land. Normalerweise hätte ich ja bis zum 19. 08. hier bleiben sollen, aber in der Zeit hätte ich dann nicht mehr unterrichten können, für's Reisen wäre es zu knapp gewesen, sodass ich nur Zeit zuhause verbringen würde. Luise und Rike aus Iguguno machen nur einen zehnmonatigen Freiwilligendienst, somit wäre ich dann wirklich mehr oder weniger nur zuhause. Da lohnt es sich dann eher für mich mit

Unnützes Wissen


Hier ein paar Alltagseindrücke:

Verkehrstüchtig
Bei unserer Schule gibt es seit ein paar Wochen Schülerlotsen. Die Kinder müssen also am Straßenrand warten, kommen zu spät zur Schule und bekommen dafür Ärger, während Erwachsene und Hühner die Schülerlotsen vollkommen ignorieren und trotzdem über die Straße laufen. Ein guter Ansatz also, ist bisher aber leider gescheitert. Witzig an der Sache ist nicht nur, dass alle anderen Personen die Polizisten und Kinder vollkommen ignorieren, sondern dass sogar die dreijährigen Kinder, die bei uns im Kinderzentrum essen, alleine oder mit gering älteren Geschwistern an und über die Hauptstraße laufen, wo riesige Container-Laster verkehren. Auch wenn es etwas absurd klingt, aber dazu sind die Kinder durchaus in der Lage. Jedes Kind lernt schon im frühen Alter ein Baby auf dem Rücken zu tragen, auf dem Markt einzukaufen, mit einem Messer umzugehen, den „Jiko“ (kleiner Kohleherd auf dem Boden) oder alleine in der Nachbarschaft herumzulaufen. Das rührt daher, dass die Eltern meist mit anderen, „wichtigeren“ Dingen beschäftigt sind, als ständig auf ihre „Schützlinge“ aufzupassen. Bei einer Anzahl von 4-10 Kindern ist das auch eine große Aufgabe.

Die Chinesen kommen!
Die Chinesen halten momentan Einzug in Tansania. In den Läden heißt es noch: „Das verkaufe ich günstiger, das kommt aus China, geht sowieso kaputt.“. Dafür kann man sie bei so gut wie jeder Baustelle auf der Straße mit ihrem breiten Hut stehen sehen, wie sie den tansanischen Arbeitern Anweisungen geben. Auf der Strecke von Arusha nach Singida machen sie tolle Arbeit, auch wenn ich wahrscheinlich nicht mehr in den Genuss einer schönen Straße dort komme. Sie stecken viel Geld in das Land, bauen Straßen, wo man früher beim Passieren mit dem Bus noch vollkommen durchgeschüttelt wurde und sorgen auch in Singida für verkehrstechnische Ordnung. Nun bekommt jede Straße in Singida eine asphaltierte Einfahrt von ca. 10 Metern, danach folgen dann doch wieder nur Sand und Steine. Es gibt auch auf einmal Straßenschilder, die einem sagen, wo man anhalten soll, wo welche Schule ist und dass man auf Kinder Acht geben soll. Dass sich viele daran halten, glaube ich eher nicht, muss man hier doch schließlich als Verkehrsteilnehmer jeden Tag um sein Leben bangen. Aber es wird schöner hier! Natürlich kommt jetzt die Frage auf, was für eine Motivation hinter all den Investitionen steckt. Es wird sehr wahrscheinlich etwas mit Bodenschätzen zu tun haben…
Mama mit Madita, deren Taufe diesen Samstag ist


Anders gewichtet
Durch ihre Schwangerschaft hat meine Gastmutter (Mama Justo) zwar an Gewicht zugelegt, doch ansonsten wiegt sie genau so viel wie ich!! Ziemlich erschreckend, wenn man bedenkt, dass diese Frau schon sechs Kinder zur Welt gebracht hat, Oberarme hat, die doppelt so groß wie meine sind und ansonsten auch von einer sehr breiten Statur ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich schon so an Gewicht zugelegt habe. Rike, die in Iguguno in der Dispensary arbeitet, wundert sich auch tagtäglich, wie diese afrikanischen Mamas mit ihrem großen, großen Po und merklichem Bauch, teilweise weniger als wir wiegen können. Meinem 18-jährigem Gastbruder mit normaler Statur traue ich auch zu, dass er nur um die 40 bis maximal 50 kg wiegt. Ob deutsche Knochen schwerer sind als tansanische oder unser Körperfett komprimierter ist, dafür aber viel wiegt? ;-) Wenn jemand einen Vorschlag hat, dann heraus damit!

Uhrzeiten
In Tansania liest man die Uhr anders im Rest der Welt. Die Zeitzählung beginnt bei sieben Uhr morgens und wird als „saa moja“ (1 Uhr) bezeichnet. Zu dieser Zeit, bzw. eigentlich eher gegen 6 Uhr geht die Sonne auf. Logisch, da den Anfang zu setzen. 12 Uhr mittags ist dementsprechend 6 Uhr, 18 Uhr dann 12 Uhr und so weiter. Um diese Uhrzeiten zu verstehen, lässt es sich leicht sechs subtrahieren und man landet wieder bei der weltgültigen Zeitrechnung. Es sorgt aber doch noch manchmal für Verwirrung, weil manche Tansanier die englische und manche die tansanische Uhrzeit verwenden.
Verabredet man sich für 3 Uhr, dann bedeutet dass für mich, dass ich um Punkt 15 Uhr am Treffpunkt bin. Ich hatte mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, dass es ja 59 Minuten lang 15 Uhr etwas ist. Kommt man also um 15:50 Uhr ist man noch im verabredeten Rahmen. Das kann ganz schön nerven, wenn man es am Anfang nicht weiß und bedeutet, dass sich der Wartende auch nicht aufregen sollte, denn man ist ja letztendlich doch pünktlich.

Dienstag, 13. März 2012

Die große Regenzeit

Wenn alles überschwemmt ist, dann heißt es "Ölkontainerspringen" und hoffen, dass ein weiterer vorbeischwimmt. ;-)


Auch wenn es bescheuert aussieht, als mich der Regen überraschte, musste eine auf dem Kopf balancierte Reisschale herhalten. :)
Es regnet nicht immer so stark, aber an manchen Tagen kann plötzlicher starker Regen, meist auch ein Gewitter ganz schön überraschen. Meistens ist der Starkregen aber schon nach ein bis zwei Stunden vorbei. Nur wenn es gerade zwischen 20 und 22 Uhr abends regnet, dann behindert das das Kochen, weil alles draußen unter einem Dachvorsprung stattfindet.

Sag mal, wie heißt Du eigentlich?

Eine einfache Frage mit einer schweren Antwort. In meiner Zeit hier musste ich mich schon oft vorstellen, was nicht immer nur wegen meines „schweren“ Namens mit einem „r“ in der Mitte ein Problem war.
Mittlerweile heiße ich „Amhai, Amgay oder Amugali“ (weil Ugali nicht zu meinen Lieblingsgerichten gehört) und nicht einmal Richard, unser Mentor, kann meinen Namen schreiben. Als ich letztens dann ein T-Shirt anhatte, wo mein Name draufstand, haben mich alle gefragt, warum ich denn bitte felsenfest behaupten würde, dass man ihn anders aussprechen würde, wenn er sich doch „Amray“ lesen würde. Tja. Friederike hat es aber auch nicht viel einfacher. Weil Frederick ja eindeutig ein Jungenname ist, darf sie so nicht heißen und jeder kennt sie nur unter Rike. Luise hat eigentlich noch die lustigsten Spitznamen abbekommen, die auf jedem ausgestellten Busticket erneut verhunzt werden. Aus Lusie wurde Luzy, Lui Luse und mittlerweile nenne auch ich sie Luse. ;-)
Aber damit lässt sich ja klarkommen. Nur wenn mir jemand dann sagt, dass mein Name falsch sei, dann wundere ich mich doch schon.
Grund dafür ist, dass in Tansania jeder Mensch drei Namen hat. Der erste Name ist der eigene Vorname, der zweite der Vorname des Vaters und der dritte der Name des Großvaters väterlicherseits. Weil ich noch nicht einmal einen Doppelnamen habe, den ich schummelnd angeben könnte, haben meine Eltern laut so manchem tansanischem Staatsbürger etwas grundlegend falsch gemacht.
Werde ich dann nach meinem „Father’s name“ gefragt, sorge ich noch mehr für Verwirrung, denn obwohl ich bekanntlich einen Vater habe, trage ich dennoch nicht seinen Vornamen. Doch kompliziert wird es dann, wenn man z.B. wie Rike versucht „M-PESA“ zu nutzen - sich Geld über das Handy zuschicken zu lassen. Denn dafür braucht man nun mal einen Namen mehr. Die Leute ließen nicht mit sich verhandeln, kein Zwischenname – kein Geld. Nach ca. 2,5 Stunden hieß Rike dann mit 2. Namen Paula und die Sache war geklärt. So einfach geht das, man muss es nur wissen.
Als ich dann letztens die Hefte meiner Schüler korrigiert habe, habe ich mich gewundert, ob ich einen Neuen in der Klasse habe, denn wer war „Abdallah Maulidi“? Die anderen Lehrer hatten auch keine Ahnung. Ich habe ihn rufen lassen und vor mir stand mein Schüler, der zwar mit Nachnamen Maulidi hieß, jedoch einen anderen Vornamen trägt. Auf die Frage, warum er „Abdallah“ auf sein Heft geschrieben hatte, sagte er, dass das sein Hausname sei. Achso, der „Hausname“, na klar. Aber bitte was sollte das denn sein?
Nach weiteren Recherchen habe ich herausgefunden, dass meine Schwester Enjo in der Schule Grace heißt, ihren „Hausnamen“ kennt keiner, nur die Familie. Da hat jeder Tansanier also mindestens vier Namen und ich bleibe bei meinen kärglichen zwei Namen.
Noch etwas verstrickter wird es dann, wenn Kinder beschließen, ihren Namen einfach anders zu schreiben. So wurde aus „Abdallah“ „Abdilahi“, der wiederum „Abdilai“ ausgesprochen wird. Aus „Goodluck“ wird „Gud Luk“ und so weiter…Im Center hat sich mein Nachhilfeschüler „Selemani“ nun von einem Tag auf den anderen entschlossen, „Salumu“ zu heißen. So einfach geht das.
Aber noch ist nicht Schluss, denn kommt das erste Kind, dann wird, wie z.B. aus meiner Gastmutter Maria Ngure „Mama Justo“, weil ihr Erstgeborener so heißt. Der Vater hat das gleiche Schicksal. Nun kenne ich aber z.B. schon drei „Mama Pendos“, wer ist denn nun gemeint? Und da verliert dann auch schließlich der Tansanier seinen Überblick.

Letzten Samstag ist die beste Freundin meiner Gastmutter im Alter von 48 Jahren nach einer verpfuschten Operation am Bauch gestorben. Aber wie hieß sie denn nun? Den Leuten ist sie nur unter „Mama Zusy“ bekannt, ihr wahrer Name lautete „Sescilia Peter Kaess“, aber weil sie den Namen nicht mochte, hat sie sich wiederum unter einem anderen Namen vorgestellt. Nachdem ich mir für ihre Beerdigung vom Center frei genommen habe, hat mich Sister Hilda (leitet das Kinderzentrum) gefragt, wer denn gestorben sei. Mit Mama Zusy konnte sie nichts anfangen und sie ging nicht zur Beerdigung. Zwei Tage später saß sie mit Tränen in den Augen in unserem Aufenthaltsraum und sagte mir, die Verstorbene sei eine Art Freundin von ihr gewesen und sie sei nun nicht bei der Beerdigung gewesen, weil sie sie unter einem anderen Namen kannte. Und spätestens da hört der Spaß mit dem Namenswirrwarr auf.
Wie viele Menschen Mama Zusy nun unter ihrem echten, ausgedachten oder Hausnamen kannten und nun zu ihrem Grab finden, lässt sich nur vermuten.

Donnerstag, 1. März 2012

Gezählt

Ich bin heute genau 164 Tage im Land und habe noch ca. 171 Tage vor mir, sollte ich genau elf Monate hier bleiben. Das heißt, auf unserem Zwischenseminar in Moshi mit den anderen Kloping-Freiwilligen aus Tansania und Kenia, werde ich mein Bergfest feiern können, die Halbzeit ist erreicht. Ob das nun ein Grund zum feiern oder zum unruhig werden ist, weiß ich nicht. Denn so langsam überlege ich mir schon, was ich als erstes in Deutschland wieder essen möchte, es wird aber auch hart sein, das Land und all die Menschen, die mir so ans Herz gewachsen sind, wieder zu verlassen.
Auf jeden Fall ist nun ein Zeitpunkt, um mit der bisherigen Zeit hier abzurechnen:

Ich…
-    bin mit meinen Suaheli-Kenntnissen zufrieden, auch wenn ich durch mehr Lernen besser sein könnte.  Aber ich kann sagen was ich will, mich mit meinen Schülern und zuhause recht gut verständigen und das Wichtigste verstehen.
-    habe einmal Malaria und eine Lebensmittelvergiftung gehabt
-    habe seit kurzem die Möglichkeit im Center beim Kochen zu helfen und kann nun Kachumbari, Pilipili (Chilipaste), Chirokko (oder so ähnlich) und Mboga za Majani (Blattgemüse) kochen.
-    circa einen Monat am Stück nur Reis abends gegessen und hoffe, dass noch viele weitere Abende folgen
-    habe Chapati und Ingwertee in mein Herz geschlossen ;-)
-    kenne alle Namen meiner ca. 90 Schüler
-    habe ein Temperaturgefälle von ca. 35° C im Dezember bis zu momentanen, abendlichen 17° C mitgemacht und wünsche mir die Hitze zurück
-    werde immer schneller, wenn ich im Center bis zu 550 Kindern Reis auf die Teller schaufle
-    war erst 7 Mal in der Kirche, weil mir das hier gar nicht gefällt und ich bei der Lautstärke um die Gesundheit meiner Ohren fürchte.
-    dafür aber bestimmt schon doppelt so oft beim „Fundi“, dem Handwerker für mein zu oft kaputtes Fahrrad
-    habe mich viermal mit meinen Gastbrüdern leicht gestritten und auch viermal wieder vertragen
-    habe mich bestimmt schon mehr als 300 Mal dagegen wehren müssen, dass ich nicht „Mzungu“ genannt werden möchte
-    bin bereits unzählige Male „Pikipiki“ (Motorradtaxi) gefahren und habe so einige turbulente Busfahrten hinter mir
-    habe einen Nationalpark besucht
-    meinen Mitfreiwilligen im Dezember ziehen lassen
-    einmal eine Waschmaschine benutzen können, ansonsten bisher um die 30-40 Mal mit kaltem Wasser im Eimer meine Kleidung gewaschen.
-    habe mir schon zwei Kleider und zwei Röcke schneidern lassen...

Ich hoffe, dass meine Zeit in Tansania auch in den nächsten 5,5 Monaten ohen größere Probleme verlaufen wird und ich auch die verbleibende Zeit genießen kann, denn ich bin gerne hier! :-)
Wann ich genau wiederkomme, weiß ich noch nicht, aber es wird um den 20. August 2012 herum sein.

Sonntag, 26. Februar 2012

Singida Innenstadt

Ladenfronten
Mghahawa - Bistro
Wenn das Geld nicht reicht...
Bistro
Torolli, zum Wasser holen, umziehen usw.
Zwei Muslima in Schuluniform
Waschmittelwerbung

Laden
Alte Wahlwerbung
Friseur
Großflächige Werbung und ein Daladala