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| Mit Helena und Farida, Hausmädchen |
In den letzten drei Wochen hat mich mein Freund aus Deutschland besucht. Es war noch einmal ein ganz anderes Erlebnis, „meine“ zwischenzeitliche Heimat mit allem Drum und Dran jemandem vorzustellen und in gewissen Maßen auch zu „verteidigen“. Er wurde aus dem Flieger heraus direkt in Daressalam ins kalte Wasser geworfen, könnte man sagen. Wir haben den Tag mit dem netten, aber durchaus kiffenden Freund einer Ex-Freiwilligen verbracht, auf dem Weg zu unserer Unterkunft, blieb der Wagen liegen, weil das Benzin alle war, unser Bus nach Singida fuhr mehr als riskant, hatte eine beachtliche Schieflage und hätte fast einen Unfall mit einem Auto verursacht, weswegen wir dann auch verspätet ankamen usw. Endlich bei mir zuhause, war er mit seinen blonden Haaren die Attraktion und meine Gastschwestern und die Hausmädchen begrüßten ihn mit Gekreische und standen Schlange, um seine Haare anzufassen, bevor er das alles erst einmal verarbeiten konnte.
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| Beim Blutdrucktest |
Ansonsten hieß es mein gefiltertes Wasser trinken, jeden Abend Reis mit Tomate essen und alles über sich ergehen lassen. Dass der Zucker fehlte, merkten wir dann, als wir gerade mit den anderen beiden Mädels in Iguguno Rikes Dispensary besichtigten und er kalkweiß nahezu umkippte. Blutzucker, –druck und Malaria wurde von der Oberschwester höchstpersönlich getestet und danach kurze Erholung vom Klima, dem Essen, Wasser und all dem Gewusel der Tansanier verordnet.
Ich hatte nicht geglaubt, dass ihn das alles so mitnehmen könnte, aber logisch war es schon. Ich hatte damals ein Vorbereitungsseminar hinter mir, konnte mir also ungefähr vorstellen, wie es hier ablaufen würde und habe wahrscheinlich deswegen keinen Kulturschock bekommen. Bei meinem Freund war es wohl mehr oder weniger nicht zu vermeiden. Es war wirklich spannend, zu sehen, wie jemand, der gerade frisch aus Deutschland kommt, alles empfindet. Ich lebe glaube ich schon die ganze Zeit nach dem Motto „Das ist eben so.“ und nehme die Dinge, wie schlechte Transportmittel, einfach so hin. Er hat alles noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und mir vor Augen geführt, was für halsbrecherischen Motoren und Achsen wir unser Leben anvertrauen, wie wenig der Unterricht vor den viel zu großen Klassen bringt und wie schädlich all die Partikel und die Plastikfeuer sind. Aber wenn ich zu viel darüber nachdenken würde, dann könnte ich hier wahrscheinlich auch nicht leben.
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| Mit einer Referendarin beim Lehrerfest |
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| Im Unterricht |
Weiter ging es dann mit einem Lehrerfest, wo wir beide zusammen nach vorne gerufen wurden und vor allen Lehrern zu einem Lied aus den tansanischen Charts tanzen mussten. Wir waren für einen Nachmittag im Kinderheim und haben statt den versprochenen 20 Jungs auf einmal ca. 50 Kinder bespaßen müssen, haben ansatzweise eine Hochzeit in der Lodge besucht und viel Zeit beim Schneider verbracht, der auf die Anordnung meiner Mutter ihm eine Art Clownsanzug genäht hat. ;-)
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| Die Schneiderin nimmt die Maße |
Morgens hat er dann mitbekommen, was es heißt, wenn ich mit meinem Gastbruder (geht nächste Woche endlich ins Internat!) um mein Fahrrad kämpfen muss, Unzuverlässigkeit und leere Versprechungen siegen, im Lehrerzimmer alle fröhlich schnacken, aber kaum jemand sich für seine Klasse interessiert, außer wenn es um ein paar kleine Schläge geht und wie es sein kann, wenn ich als Lehrerin einfach nicht informiert werde, dass meine Klassen für drei Tage lang nationale Tests schreiben und ich gar nicht hätte kommen brauchen.
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| Wir mit meinem Schulleiter |
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| Zu Beginn waren es noch wenige Kinder^^... |
Mittags ging es ins Kinderzentrum und wir wurden von einigen Kindern direkt angesprungen, obwohl sie ihn ja noch gar nicht kannten. ;-) Nachmittags hieß es dann Wäsche mit der Hand zu waschen, sich ums Duschwasser zu prügeln und auf die vielen und hohen Granitfelsen Singidas zu klettern, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Auch da war es schwierig, mal eine Minute für sich zu haben, weil die Kinder der Nachbarschaft uns natürlich sogleich ins Auge gefasst hatten.
Saßen wir also am Anfang noch mit zehn Kindern dort oben, waren es zum Schluss an die 35 Kinder, mit denen wir dann bei den letzten Sonnenstrahlen Lieder gesungen haben.
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| Jambiani Beach, ZNZ |
Die letzten 10 Tage haben wir auf Sansibar verbracht und hatten da dann endlich weniger stressfreie Zeit, die wir beide genießen konnten! Das war dann auch wirklich wichtig. ;-)
Es war wirklich spitze, dass er mich besuchen konnte, denn so gibt es immerhin schon einmal jemanden, der das alles hier mitbekommen hat; nun wahrscheinlich besser versteht, wie blöde die Hausmädchen sein können oder wie schwer es ist, hier die alltäglichsten Dinge zu erledigen. Sein Kommentar zu dem Land war: „In Tansania ist alles Kindermatsche“ und hat sich damit auf das Essenkochen bezogen, dass ihn wohl allzu sehr an Sandkuchenbacken und Co. erinnerte… =)
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| Jambiani Beach |
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| Jambiani Beach |
Ich bin gestern nach einer langen Busfahrt aus Daressalam wiedergekommen, nachdem ich ihn zum Flughafen dort gebracht hatte und durfte heute die Schule schwänzen, um mich ca. fünf Stunden lang mit meiner Wäsche zu beschäftigen, damit ich für die Schule morgen überhaupt etwas zum Anziehen habe. ;-)
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