Donnerstag, 1. März 2012

Gezählt

Ich bin heute genau 164 Tage im Land und habe noch ca. 171 Tage vor mir, sollte ich genau elf Monate hier bleiben. Das heißt, auf unserem Zwischenseminar in Moshi mit den anderen Kloping-Freiwilligen aus Tansania und Kenia, werde ich mein Bergfest feiern können, die Halbzeit ist erreicht. Ob das nun ein Grund zum feiern oder zum unruhig werden ist, weiß ich nicht. Denn so langsam überlege ich mir schon, was ich als erstes in Deutschland wieder essen möchte, es wird aber auch hart sein, das Land und all die Menschen, die mir so ans Herz gewachsen sind, wieder zu verlassen.
Auf jeden Fall ist nun ein Zeitpunkt, um mit der bisherigen Zeit hier abzurechnen:

Ich…
-    bin mit meinen Suaheli-Kenntnissen zufrieden, auch wenn ich durch mehr Lernen besser sein könnte.  Aber ich kann sagen was ich will, mich mit meinen Schülern und zuhause recht gut verständigen und das Wichtigste verstehen.
-    habe einmal Malaria und eine Lebensmittelvergiftung gehabt
-    habe seit kurzem die Möglichkeit im Center beim Kochen zu helfen und kann nun Kachumbari, Pilipili (Chilipaste), Chirokko (oder so ähnlich) und Mboga za Majani (Blattgemüse) kochen.
-    circa einen Monat am Stück nur Reis abends gegessen und hoffe, dass noch viele weitere Abende folgen
-    habe Chapati und Ingwertee in mein Herz geschlossen ;-)
-    kenne alle Namen meiner ca. 90 Schüler
-    habe ein Temperaturgefälle von ca. 35° C im Dezember bis zu momentanen, abendlichen 17° C mitgemacht und wünsche mir die Hitze zurück
-    werde immer schneller, wenn ich im Center bis zu 550 Kindern Reis auf die Teller schaufle
-    war erst 7 Mal in der Kirche, weil mir das hier gar nicht gefällt und ich bei der Lautstärke um die Gesundheit meiner Ohren fürchte.
-    dafür aber bestimmt schon doppelt so oft beim „Fundi“, dem Handwerker für mein zu oft kaputtes Fahrrad
-    habe mich viermal mit meinen Gastbrüdern leicht gestritten und auch viermal wieder vertragen
-    habe mich bestimmt schon mehr als 300 Mal dagegen wehren müssen, dass ich nicht „Mzungu“ genannt werden möchte
-    bin bereits unzählige Male „Pikipiki“ (Motorradtaxi) gefahren und habe so einige turbulente Busfahrten hinter mir
-    habe einen Nationalpark besucht
-    meinen Mitfreiwilligen im Dezember ziehen lassen
-    einmal eine Waschmaschine benutzen können, ansonsten bisher um die 30-40 Mal mit kaltem Wasser im Eimer meine Kleidung gewaschen.
-    habe mir schon zwei Kleider und zwei Röcke schneidern lassen...

Ich hoffe, dass meine Zeit in Tansania auch in den nächsten 5,5 Monaten ohen größere Probleme verlaufen wird und ich auch die verbleibende Zeit genießen kann, denn ich bin gerne hier! :-)
Wann ich genau wiederkomme, weiß ich noch nicht, aber es wird um den 20. August 2012 herum sein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen