Donnerstag, 16. Februar 2012

"Raisi ya chooni"

Der Handyfriedhof- das Familienplumsklo
Letzten Donnerstag, um 22:30 Uhr hatte ich mein Handy bei mir, als ich das Badezimmer betrat. Am Nachmittag hatte es noch einen Stromausfall gegeben, deswegen war es wichtig, das Handy in der Tasche zu haben. Doch das sah mein Handy scheinbar anders, denn es fiel aus meiner Jackentasche heraus und geradewegs mit einem letzten Kling-Klong-Klong in unser Plumsklo. Ich war bisher davon ausgegangen, dass einem so etwas Blödes einfach nicht passieren kann, aber doch - es funktioniert. Und statt meinem Zahputzbecher, auf den ich bisher immer getippt hatte, (die Toilette stellt gleichzeitig z.T. das "Waschbecken" dar) musste natürlich gleich mein Handy darin verschwinden.
Mein Gastbruder, mit dem ich eigentlich noch nicht wieder so schnell reden wollte, hat mir geholfen und die Hausmädchen haben mich eine Stunde lang ausgelacht, als ich versuchte mein Handy zu sichten Als ich sah, wie auswegslos die Lage war, habe ich meine Gasteltern aus dem Bett geholt und kniete dann schließlich mit Taschenlampe im Mund, einem selbstgebauten Kescher aus starkem Draht und einer Tüte in der einen und einem Stock in der zweiten Hand vor dem "Loch" und habe versucht mein schönes deutsches Telefon wiederzubekommen. Doch wie meine Gastmutter mir mitteilte, war die Fallgrube das letzte Mal zur Geburt meines zweitgeborenen Gastbruders im Jahre 1995 ausgeleert worden und sei eben noch nicht voll, demnach ist die Grube sehr, sehr tief und das Handy konnte eben so tief sacken. Am nächsten Morgen konnte ich es auch schon nicht mehr sehen...
Die Dusche, das kleine Loch in der Wand
 Ich befand mich die ganze Zeit zwischen Lachen und Weinen, die Situation war dann doch zu komisch, nur leider hatte ich damit mein schönes, treues Handy verloren, was Fotos, Musik, alle Kontakdaten und meine Handynummer miteinschloss. Das war dann schon wieder nicht so witzig.
Weil ich hier in der Familie, der einzig Toilettenpapiernutzer bin, wurde ich schon früher zum inoffiziellen "Raisi ya chooni", zum König/Präsident der Toilette gekürt, ein kleiner Spaß. Mein Gastbruder steuerte in dieser Situation nun bei, dass sich mein "Volk" wohl nun gegen mich gewandt habe und sich seinen Anteil geholt hätte, haha. ;-)
Am nächsten Tag sollte dann der Handwerker kommen, aber neben der Luke, die ein Loch kaum größer als das der Toilette hat, gibt es keinen anderen Zugang zum Inneren. Also keine Chance. Nun liegt mein Handy also, mit einem Waschlappen und einem Shampoo meiner Vorfreiwilligen in den Tiefen des Familienplumsklos begraben...

Hier nun also zwei Bilder des Tatortes. Links im Raum die Dusche mit Eimer und Becher, durch das kleine Loch in der Wand fließt das Wasser ab, durch die Fenster zieht es ordentlich beim Duschen. Toilette und Dusche befinden sich in einem Raum und dienen auch als Schuppen für Fahrräder und Gerümpel.
Meine neue Handynummer findet man unter "Kontakt", leider fehlt mir (noch) das passende Handy dazu!

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