Freitag, 13. Januar 2012

Reisen

Geita, vom 14.-19.12.2011

Nach Geita, in der Nähe von Mwanza am Victoriasee und damit im Nordwesten des Landes, bin ich mit Luise und Rike, sprich den „Igugunos“ gefahren. Wir haben dort die Partnergemeinde von Dresden-Meißen besucht, wo Luise herkommt. Die Tage dort haben wir auf dem Gelände der Kirche verbracht, uns Letztere angeschaut, uns in der Messe vorgestellt, sind mit Vater Magesa, dem dortigen Priester und Partnerschaftszuständigen, „Stoffe shoppen“ gegangen, haben uns jeder ein Kleid für Weihnachten schneidern lassen und haben das Waisenhaus besucht, welches von Dresden-Meißen unterstützt wird.
Das war eine besonders schöne Erfahrung! In dem gut ausgestatteten und sauberen Waisenhaus leben 84 Kinder, ab dem Alter von zwei Jahren würde ich schätzen. Ein bisschen haben mich die Schlafsäle an die „Sieben Zwerge“ erinnert, weil jedes Kind seine eigene Zahnbürste, Zahnpasta und Seife hatte, was durchaus nicht selbstverständlich ist.
Wir waren dort an zwei Nachmittagen, einmal, um uns das Areal anzusehen und vorher dem Bischof zum Mittagessen einen Besuch abzustatten, ein anderes Mal, um die Zeit mit den Kindern zu verbringen. Ich hatte mein Liederbuch von den Sommerfreizeiten 2011 mitgenommen und so konnten wir neben vielen Spielen auch mit den Kindern singen. „Mercy is falling“ hat besondern Anklang gefunden. ;-) Es hat sehr viel Spaß gemacht und hatte etwas ganz besonderes in so viele erwartungsvolle Kinderaugen zu blicken.
Zum Schluss haben uns die Kinder dann noch ein paar Spiele beigebracht und wir konnten ein paar Kartons Seife und Bonbons überreichen, die eine Frau aus Deutschland gespendet hatte.
Alles in allem war es ein schöner Besuch, auch wenn wir natürlich immer darauf achten mussten, dass wir als Repräsentanten der Partnergemeinde gehandelt wurden.
Stoffe shoppen- Der Bettbezug war reiner Zufall ;-)

Wir haben uns brav die riesige Kirche angesehen und einen der beiden Kirchtürme bestiegen

Im Waisenhaus mit Sr. Arabera- Rike, ich, Luise- Wir stellen uns den Kindern vor

Die Waisenkinder


Zanzibar, 29.12.2011 bis zum 04.01.2012

Die Zeit um Silvester haben Luise, Rike, Jonas und ich auf Zanzibar verbracht. Zu Beginn waren wir für ein paar Tage in Stone Town, von wo aus wir eine der berühmten Gewürztouren unternommen haben, mit Delfinen im Meer geschnorchelt haben, „Prison Island“ besucht haben, von wo aus wir im Indischen Ozean schwimmen und riesige Landschildkröten ansehen konnten.
Nach dem Schnorcheln am Kizimkaze Beach
Gewürztour
Dann haben wir uns noch einen künstlich angelegten Regenwald, die dort lebende zanzibarische Affenart und eine Mangroven-Plantage angesehen. Zum Essen haben wir uns jeden Tag in ein kleines Straßenrestaurant begeben, wo täglich Pilau (Gewürzreis) mit frischen Gewürzen, wie z.B. Zimtrinde zubereitet wurde, die man dann im Ganzen im Essen finden konnte, sehr lecker! Von der „Zanzibar Pizza“, die so gut wie keine Gemeinsamkeiten mit der uns bekannten Pizza hat, haben wir uns dann gleich das Rezept geben lassen. Endlich einmal interessantes und leckeres Essen, das sich von Bohnen und Co. unterscheidet!
Also dann eben Pilau mit Bohnen als normalen Reis mit Bohnen wie zuhause ;-)
 Den Silvesterabend haben wir dann in „Kendwa Rock“ auf der größten Silvesterparty der Insel verbracht, wo wir am Strand, also im Freien und direkt am Meer feiern durften. Der Jahreswechsel kam dann etwas „unerwartet“ und ohne großes Brimborium und wir haben mit einem Bier für den Abend angestoßen, ein paar Leute unserer Truppe (wir hatten am Tag vorher andere Freiwillige kennen gelernt) schon vorher verloren und waren noch gar nicht in Feierstimmung. Aber das kam dann mit der besseren Musik und wir hatten einen sehr schönen, langen Abend und viel Spaß mit all den Tansaniern, die immer wieder versucht haben, durch ihren Tanzstil usw. unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Endlich konnten wir nach all dieser Zeit hier im Land mal wieder tanzen, das hatten wir alle schon vermisst. Die lockere Stimmung, die dort herrschte, ist mit der in einer deutschen Disco gar nicht zu vergleichen. Es wird hemmungslos angetanzt und aufgefordert, sodass wir zwischendurch von sechs Tansaniern gleichzeitig umgeben waren, die versucht haben, uns mit in ihren Tanz einzubinden. Es war schon sehr witzig, auch wenn man sich dann so manches Mal von den anderen „retten“ lassen musste.
Auf dem 1,5stündigen Rückweg fehlte dem Auto zwischendurch dann das Kühlwasser und wir mussten alle unsere Wasserflaschen hergeben, um weiterfahren zu können. ;-)
Jambiani Beach und ein fröhlicher Start ins Neue Jahr
Am nächsten Tag, nach wenigen Stunden Schlaf, sind wir dann weiter zum Jambiani Beach gefahren, wo wir in einer Lodge direkt am Strand übernachten konnten. Von unserer Zimmertür hat man nur ca. zehn Sekunden gebraucht, bis man Sand unter den Füßen hatte.
Luise und ich beim Sonnenbaden (Ja, wir sind im Bild;)
Geschweige denn, Jonas hatte nicht gerade wieder die Türklinke des Zimmers von innen abgebaut. ;-) Es ist eben immer noch Tansania! So ist Jonas die Holzstange, an der sein Moskitonetz aufgehängt war, nachts auf den Kopf gefallen und nachdem wir erst gar kein Wasser im Badezimmer hatten, kam nachher fast nur noch kochendes heraus, was Toilettenspülung und alles andere heiß laufen ließ.
Der "bekiffte Teil" unserer Lodge-Leitung, die nur aus Rastafaris bestand
In den paar Tagen am Strand haben wir uns dann einmal „europäisches Essen“ gegönnt und so Pizza oder Nudeln mit Tomatensoße gegessen, waren bei den oft nur ca. 40 cm Wasserpegel „schwimmen“, bzw. durchs Wasser „robben“, Nachtbaden, haben uns ein bisschen von den Rastafaris dort am Lagerfeuer abends das Trommeln zeigen lassen, uns Zeit zum Vergessen von Singida und unsren Projekten genommen und die schöne Zeit zusammen sehr genossen.

Denn da Jonas in Mwanga und damit circa vier Stunden von Singida entfernt wohnt, hatten wir uns bisher nicht viel gesehen. Olga (auch aus Mwanga) war freiwillig zu Hause geblieben, um die Zeit mit ihrer Gastfamilie zu verbringen, Luis ja noch in Deutschland auf Weihnachtsurlaub.
Doch die Zeit ging viel zu schnell herum und schon mussten wir mit der schwankenden Fähre wieder das Festland anstreben, eine Nacht noch in Daressalam verbringen, zum letzten Mal Gewürzreis essen und am nächsten Morgen um fünf Uhr aufstehen und zehn Stunden Bus fahren.
Angekommen, lud uns Richard (unser Mentor) zu sich zum Essen ein und verkündete uns dabei die schlechte Nachricht, dass Luis, mein Mitfreiwilliger hier aus Singida, nicht mehr zurückkehren würde, weil er sich entschieden hätte in Deutschland zu bleiben. Luis hat mir auch noch eine erklärende E-Mail geschrieben und seine Entscheidung gut begründet. Gründe, die ich alle nachvollziehen kann, wie z.B., dass es im Kinderzentrum zu wenig Arbeit gab/gibt oder dass er das ständige „Mzungu“-Gerufe, was hier in der Stadt leider täglich mehrmals der Fall ist und vor allem nach einem anstrengenden Tag im Projekt sehr nerven kann, nicht mehr aushält. Ein weiterer Punkt ist der stetige Lärmpegel. Ob zu Hause, in der Schule oder im Center, alle schreien sie, haben laute Musik oder den Fernseher laufen und dazu kommt dann noch der Hahn, der immerzu kräht. Verstehen kann ich ihn gut, nur denke ich, dass er es gepackt hätte. Aber nun ist seine Entscheidung gefallen und ich werde hier in Singida „alleine“ weitermachen. Wie gut das wird, zeigt sich dann in den nächsten Monaten.

Jedenfalls sind alle gut wieder nach all den Urlauben in unseren jeweiligen Projektorten angekommen. Die Schule hat diesen Montag, am 09.01.2012 wieder angefangen und ich mache mich gerade auf die Suche nach mehr oder anderer Arbeit in der Schule und im Kinderzentrum.

Wer an mehr Fotos aus unserem  Zanzibar-Urlaub interessiert ist, der darf sich gerne unter der neuen Rubrik „Filme“ ein kleines Video aus Fotos ansehen, das ich nach dem Urlaub zusammengestellt habe (http://amrei-in-tansania.blogspot.com/p/karte.html ) Viel Spaß dabei!

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