Donnerstag, 19. Januar 2012

Ein bisschen Lebensmittelvergiftung, ein bisschen mehr Malaria und von allem ein bisschen zu viel

Über das Wochenende haben wir Olga anlässlich ihres 20. Geburtstages einen Überraschungsbesuch im so genannten „Busch“ abgestattet. Wir hatten eine tolle Zeit, konnten das schöne Mwanga kennen lernen und u.a. bei einem Picknick die Stille, Landschaft und den Anblick der dort lebenden Affen genießen.
Doch auf der Rückfahrt habe ich schon starke Bauchschmerzen bekommen und ich war froh, als ich dir vier Stunden Busfahrt im äußerst wackeligen Vorkriegsbusmodell heil überstanden hatte.
Wir alle versammelt auf einem Ast eines riesigen Baumes
Noch am selbigen Tag ging ich zu einer Gesundheitsstation hier in Singida und machte verschiedene Tests, bei denen herauskam, dass ich eine Lebensmittelvergiftung hatte. Ich habe verschiedene Tabletten bekommen, doch am Abend ging es mir bedeutend schlechter. Kopfschmerzen, Schwindel, Kraftlosigkeit, Fieber, Magen-Darm-Probleme, Bauchkrämpfe, Spucken und Gliederschmerzen, eine Kombination, die mich ziemlich ausgeknockt hat. Trotzdem bin ich mit meinem Gastbruder Justo noch am selben Abend zu einer weiteren Dispensary gegangen. Die hatte leider geschlossen, aber der Apotheker konnte mir auch so Tabletten geben. Also alle sechs Stunden jene, vor dem Essen diese und danach dann wiederum andere. Bescheuert.
Am Montag sind wir dann noch zu einer anderen Gesundheitsstation gegangen, denn eigentlich hätte es mit all den Pillen schon viel besser gehen müssen. Justo meinte, dass die Station, bei der ich erst gewesen wäre, sowieso gerne Testergebnisse zurechtbiege, sodass er meinem negativen Malariatestergebnis nicht trauen würde. Zusätzlich überredete er mich zu einem Typhustest, wo mir dann in dem einzigen Raum der Dispensary (ohne Tür und direkt an der Straße wohlgemerkt) Blut abgenommen wurde. Durch weitere Tests wurde deutlich, dass ich zu dem Zeitpunkt wirklich eine (wohl eher leichte) Lebensmittelvergiftung hatte und man im Labor drei Malariaparasiten in einem Blutbild auf dem Objektträger gefunden hatte.
Die höchste Parasitenanzahl wäre sechs Stück, Luis hatte wahrscheinlich 1-2 würde ich schätzen und Luise ganze vier. Letztere hatte schwer damit zu kämpfen. Mit drei Euro habe ich dann für insgesamt vier verschiedene Tests bezahlt und die Tabletten gegen Malaria, nur 2 Stück, für 2,50 € bekommen. Nachdem ich die beiden geschluckt hatte, sank das Fieber und es blieben auch fast nur noch Magenprobleme und Bauchkrämpfe zurück. Denen machte ich dann am Dienstag mit Snickers, Salzkräckern, Cola und neuen Tabletten den Gar aus.
Ein gutes Stück Arbeit

Das hört sich nun alles vielleicht nicht so schlimm an - und das war es auch nicht. Klar, am Sonntag und Montag hätte ich mich am liebsten schon beerdigen lassen und die Bauchkrämpfe setzten mir schon ganz schön zu, aber so schlimm wie bei Luise war es nicht. An’s Essen musste ich mich nach vier Tagen Brühe und Tee erst wieder gewöhnen und etwas kraftlos war ich gestern auch noch, aber es war dann doch eine kurze Zeit und mir geht es vollständig wieder gut!
Gepflegt hat mich mein Gastbruder Justo, ein Hausmädchen hat eine Nacht bei mir im Zimmer geschlafen, weil ich Angst hatte, dass ich auf dem Weg zur Toilette umkippen könnte, die Familie und Richard haben immer mal wieder reingeschaut und meine älteren Gastbrüder haben extra für mich Spaghetti statt Ugali gekocht.
Meine ekelige Malariaprophylaxe werde ich trotzdem weiter nehmen, denn immerhin bin ich die Monate davor insgesamt bestimmt schon 100 Mal von Mücken gestochen worden und noch nicht krank geworden. Die anderen Freiwilligen nehmen allerdings keine und fahren damit auch nicht schlechter als ich. Ärgerlich ist nur, dass ich nun aus der Wette unter uns Freiwilligen gefallen bin, die nun nur noch unter Olga/Jonas und Rike ausgetragen wird.

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