Hier einmal etwas über die Stadt, in der ich lebe und über die Eindrücke, die ich bisher von Landschaft und Menschen bekommen habe.
Die Landschaft in Singida ist leider nicht so schön, man findet überall braunen, staubigen Sand, nicht viel anders als auf einem Festival, falls das als Vergleich hilft. Bäume gibt es ein paar, ich glaube das sind teilweise Affenbrotbäume, aber spannend ist das leider nicht. Dafür sind hier zwischen Nachbarschaften immer mal wieder mehrere Felsen. Aber um Landschaft und Tiere zu sehen, müsste man hier reisen. In der Serengeti findet man dann Elefanten, Löwen, Giraffen, Affen usw., aber man darf da natürlich nur mit dem Auto und einem Fahrer durch. Ich glaube aber, dass einem das dann auch ganz lieb ist^^ ;-) Leider kostet es auch eine ganze Menge, wie viel weiß ich nicht, aber die Preise sind für europäische Touristen gemacht, die Tansanier selbst zahlen wenig.
Die Menschen lachen gerne und viel, am liebsten aber an unpassenden Stellen (z.B. zum Thema Kinder schlagen) oder über uns Freiwillige und unser deutsches Verhalten. Musik machen sehen habe ich auch noch keine, leider.
Musik machen, habe ich auch noch keinen gesehen. Nur das sonntägliche, stundenlange Geschreie der Muslime, aber das ist dann wohl eher Beten als Musik. damit möchte ich auf keinen Fall abwerten gegenüber den Muslimen und ihrer Religion sein, aber es klingt jedes Mal eher wie ein Schlachtfest als eine Glaubensveranstaltung.
Letztens war ich auf der Suche nach einer Holzschüssel, um da Wasser zum Gesichtwaschen hineinzufüllen. Meine Gastcousine (die da noch da war) hat mich nur ausgelacht und meinte, so etwas würde man hier nicht finden. Maximal eine Porzellanschüssel mit komischen Blümchen drauf. Also habe ich mir jetzt eine gelbe Plastikschüssel gekauft.
Es ist leider so, dass die Tansanier, die ich bisher kennen gelernt habe, schon jeder afrikanische Tücher haben, die Kinder auf dem Rücken tragen und handgenähte Kleider tragen, aber am liebsten von irgendwelchen Händlern, die z.B. auch bei uns ins Lehrerzimmer kommen, nachgemachte Kroko-Handtaschen, schon getragene Schuhe, Plastiklatschen und alte Blazer, Hemden und T-Shirts kaufen. Sie sehen damit wie arme Europäer aus und man trifft nicht selten Leute, die hinten auf dem Rücken "Eintracht Wolfsburg", "Heidelberg Zement" oder "Football Team Wisconsin" oder so etwas stehen haben.
Es ist so schade, dass die Tansanier hier anscheinend versuchen, ihre eigene Kultur abzulegen und sich damit in Richtung billig und Kitsch bewegen.
Ich habe mir das noch viel traditioneller vorgestellt, aber so ist das leider nicht. Auch Schmuck ist aus Glitzerzeugs, nachgemachtem Silber und sieht aus wie von Tedi. So ist es auch hier in der Familie. Die Mutter trägt eher traditionelle Kleidung, die Kinder sehen oft nach Altkleidersammlung aus. Ich habe auch herausgefunden, dass so gut wie alle Tansanier/Afrikaner, die man trifft, die Haare haben (also mehr, als kurze Stoppel) Perücken tragen. Auf dem Familienfoto unter „Fotos“ in meinem Blog sieht man, dass die Haare der Kinder kurz sind. So wäre das normalerweise bei jedem Afrikaner, weil die Haarstruktur nur sehr schwer zu pflegen ist. Die Mutter hat sich extra ihre Perücke aufgesetzt und auch meine Gastcousine hat eine eingeflochtene Perücke auf. Rosi, die hier im Laden am Haus arbeitet und in der Familie schläft, hatte bis vor kurzem noch kleine am Kopf anliegende Zöpfe, einen Tag später lief sie mit langen Rastazöpfen herum. Kaum zu glauben.